Projekte

Im Verschwinden (digitale Fotografie und Anthotypie)

1. Umsetzung: Die Rodung des Fechenheimer Waldes (2026)

Trotz Protesten und des Nachweises streng geschützter Tierarten wurde ein großer Abschnitt des Fechenheimer Waldes im Frankfurter Osten, der ein selten gewordenes Ökosystem bewahrte, zugunsten eines jahrzehntealten Verkehrskonzepts unwiederbringlich vernichtet. In 7 Werken zeige ich, welche Tierarten dadurch ihren Lebensraum verloren haben.
Dafür wurden mir vom Senckenberg Forschungsinstitut teils über 100 Jahre alte, präparierte Käfer aus der wissenschaftlichen Sammlung zur Verfügung gestellt. Durch die Einbindung des Senckenberg Forschungsinstituts schaffe ich einen Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und gesellschaftlicher Verantwortung. Die Insekten werden ausdrücklich als Museumspräparate gezeigt; auf eine digitale Nachbearbeitung, die den Anschein eines lebenden Exemplars wecken sollte, wurde bewusst verzichtet. Der Verweis auf die Herkunft aus einer wissenschaftlichen Sammlung, erkennbar durch Präparationsnadeln und Museumsetiketten, verstärkt die Warnung, dass diese Arten keine Zukunft mehr haben könnten wenn ihr Schutz vernachlässigt wird – und (wie schon viele andere Arten) bald nur noch in Sammlungen zu finden sein könnten.
Die 7 Anthotypien zeigen im Focus-Stacking-Verfahren hergestellte, digitale Fotografien des Heldbocks (Cerambyx cerdo), des Hirschkäfers (Lucanus cervus), des Großen Rosenkäfers (Protaetia speciosissima) und des Nashornkäfers (Oryctes nasicornis), die neben anderen selten gewordenen und streng geschützten Käferarten im Fechenheimer Wald präsent waren. In der Mitte ist ein Zweig einer Eiche (Quercus sp.) zu sehen, den ich im Fechenheimer Wald gesammelt habe. Diese alten Eichen waren die Lebensgrundlage dieser Arten, von denen manche sogenannte „Urwaldrelikte“ sind.
Als lichtsensible Emulsion für die Anthotypien habe ich mich für Curcuma (mit Borax getont) entschieden. Das Pigment reagiert schnell auf Licht, was zum einen eine kurze Belichtungszeit von ca. 4-8 Stunden Sonnenschein bedeutet, und zum anderen auch schnelleres Verblassen verspricht. Die Tonung mit Borax intensiviert die Farbe und schiebt sie ins Rotbraune.

Flora obscura (digitale Fotografie)

Pflanzen begleiten mich seit vielen Jahren – zunächst in wissenschaftlichen Sammlungen, heute in meiner künstlerischen Praxis. Mich interessiert ihre kulturelle Bedeutung und ihre oft übersehene Vielfalt und Selbstverständlichkeit als Grundlage unserer Ernährung. Aus dieser Haltung entstand mein fotografisches Herbarium „Flora obscura“, das sich den essbaren Pflanzen widmet.
Mithilfe der Focus-Stacking-Methode entstehen detaillierte Pflanzenstudien, die an wissenschaftliche Illustrationen ebenso erinnern wie an altmeisterliche Stillleben. Wenn sich Insekten oder andere Tiere zu den Pflanzen gesellen, wird das Bild zum Hinweis auf das ökologische Geflecht, in dem jede Art eingewoben ist.

Für viele meiner Motive restauriere ich historische Rahmen.